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Hämorrhagische Kaninchenkrankheit auf dem Vormarsch

Bei der im Volksmund als 'Chinaseuche' bekannten Kaninchenerkrankung handelt es sich um eine Viruserkrankung ausgelöst durch ein Calicivirus (RHD-Rabbit Haemorrhagic Disease Virus). Die Erkrankung erfolgt perakut und erkrankte Tiere verenden nach 24-72 Stunden.

Zur Zeit kommt es zu einer flächenartigen Ausdehnung der Erkrankung über das gesamte Bundesgebiet hervorgerufen durch das RHDV-2 (Rabbit Haemorrhagic Disease Virus 2). In Hessen sind zur Zeit besonders die südlichen Landesteile um die Städte Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden sowie die angrenzenden Landkreise (Main-Taunus, Rheingau-Taunus, Hochtaunus) betroffen.  

Die in Deutschland zugelassenen und verfügbaren Impfstoffe schützen gegen RHDV, aber nur bedingt gegen RHDV-2. Daher wird empfohlen, den aktuellen Impfempfehlungen der StIKoVet (ständige Impfstoffkommission Veterinär) zu folgen. Diese empfiehlt eine unverzügliche Impfung von Kaninchen mit geeigneten Impfstoffen im Abstand von 3 Wochen. Anschliessend soll je nach Infektionsdruck eine Auffrischung der Impfung alle 4-6 Monate erfolgen.

Zusätzlich zur Impfung sind als Infektionsschutz Massnahmen wie Hygiene, kontrolliertes Futter, Desinfektion sowie Quarantäne bei Neueinstallung zu ergreifen.

Tierhalter mit plötzlichen Todesfällen in ihrem Bestand können mittels eines neuen Labortests Gewissheit erlangen, ob ihr Tier an dem RHDV-2 verstorben ist. Als Untersuchungsmaterial  wird bei bereits verstorbenen Tieren eine Organprobe benötigt. Auch im Blut akut erkrankter Tiere lässt sich das Virus mit einem neuen Testverfahren nachweisen.

Eine Heilung der RHDV2 bei bereits klinisch erkrankten Tieren ist nicht möglich. Die Impfung mit den von der StIKoVet empfohlenen Impfstoffen verringert den Schweregrad der Erkrankung bei einer stattgefundenen Infektion und verhindert somit den tödlichen Ausgang der Erkrankung.

Aufgrund der aktuellen Dringlichkeit bieten wir Impfsammeltermine an. Bitte informieren Sie sich telefonisch über Termine!

Wissenswerte Informationen zu diesem Thema finden Sie unter www.fli.de (Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) und dort auch einen link zu den Empfehlungen der StIKoVet.  

Stand September 2016